„MIR FIEL NUR EINE PERSON EIN …“

„Hast du nicht Interesse an einem Seminar über die Weltwirtschaftskrise‘, fragten sie mich. „Klar“, sagte ich und verfolgte etwas später die Worte eines Sprechers in der Adventgemeinde.

Ich hatte nie eine besondere Abneigung gegen Gott. Mir hatte aber auch nie jemand gesagt, was das Evangelium eigentlich ist. Irgendwie hatte unser Pfarrer das wohl beim Konfirmationsunterricht vergessen. So wusste mich der Teufel in trockenen Tüchern, und ich durfte friedlich meine halbe Kindheit vor dem Computerbildschirm verbringen — erpicht darauf, den Freundeskreis möglichst klein zu halten.

Doch während meines Abi-Urlaubs traf mich plötzlich die Faust der Erkenntnis. Mir wurde klar, dass sich mein Alltag bald radikal verändern wird. In meinem Bedürfnis nach Stetigkeit versuchte ich, mich an alles zu klammern, was mir Halt zu geben schien. So baute ich mein vermeintlich sicheres Fundament auf Freundescliquen auf. Ich passte mein Verhalten an sie an, um möglichst akzeptiert zu sein: Alkoholkonsum und immer auf der Suche nach einer Freundin. Hauptsache, die Party mit dem besten Ruf besuchen: Mein Wert wurde definiert durch die Meinung anderer.

Doch diese Blase hielt nicht lange. Ich begann zu begreifen, dass ich mein Leben nicht für mich selbst lebte, sondern für das Bedürfnis nach Halt in der Clique. Nachdem mein kläglicher Versuch einer Liebesbeziehung scheiterte, ging mein Leben bergab. Da traf mich die zweite Faust der Erkenntnis. Ich stellte mir die Frage: „Mit welchem deiner Freunde kannst du wirklich über deine persönliche Gefühlswelt reden?“ Mir fiel nur eine Person ein (und hier vermute ich heute Gottes Führung): eine ehemalige Klassenkameradin. Ich hatte den Eindruck, dass in ihrer Nähe Frieden herrscht, und dass ihr Charakter echt und nicht aufgesetzt ist.

So machte ich mich zu Fuß auf den Weg zu ihrem Haus. Gott sei Dank, war sie da. Wir gingen mit dem Hund spazieren und die dunkle Bedrückung war weg — und das, obwohl wir nicht einmal über die „persönliche Gefühlswelt“ sprachen. Ich ging danach öfter mit ihr spazieren. Es war wie Balsam für meine Seele.

Eines Abends luden mich ihre Eltern zu dem erwähnten Vortrag ein. So hatte ich den ersten Kontakt zur Adventgemeinde. Freitagabend, Sabbatfrüh und nochmal am Abend. Die Auslegung von Daniel 2 war es, die mir die Augen öffnete: In der Bibel steckt mehr als Zellstoff und Druckerschwärze. Ich wurde auch zur Adventjugend mitgenommen und fühlte mich sofort akzeptiert. Da war ein Haufen junger, authentischer Menschen, die etwas hatten, was ich nicht hatte. Ich sehnte mich mit jeder Faser meines Körpers danach, dies auch zu besitzen. Vier Monate später akzeptierte ich die Bibel und Gott als Fundament und Richtschnur meines Lebens. Ich beschloss, dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite als Wahrheit zu akzeptieren (es war schwer, aber eine Alternative war undenkbar). Ich wollte fortan alle Entscheidungen gemäß dem treffen, was Gott mir durch sein Wort offenbart. Ich verstand noch nicht, wer Jesus ist; ich hatte noch keine Bibelstunde erhalten, aber ich wusste eines: Ich war blind und bin nun sehend.

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